Borsig - Palais

Borsig - Palais


Adresse: Voßstraße 1

1875-77 wurde das Borsig - Palais von Richard Lucae für den Geschäftsmann August Borsig errichtet. Der der italienischen Hochrenaissance nachempfundene Baustil war typisch für die Zeit und der qualitativ hohe Bauschmuck sollte die Stellung des Bauherren hervorheben. Die Plastiken in den Nischen zwischen den Fenstern des Obergeschosses stellten folgende Techniker dar: Archimedes, Leonardo da Vinci, James Watt, George Stephenson, Peter Christian Wilhelm Beuth, Karl-Friedrich Schinkel, August Borsig. Die Kunst am Bau schufen Reinhold Begas, Erdmann Encke und Emil Hundrieser. Borsig selbst ist in das Haus nie eingezogen, da er vorher verstarb. Im Jahr 1903 wurde das Palais an die A. Wertheim AG verkauft. 1904 tritt als Rechtsnachfolgerin der OHG A. Wertheim die Preußische Pfandbrief-Bank in die Besitzrechte ein. 1933 wird das Palais an das Deutsche Reich vermietet und als Dienstgebäude des Vizekanzlers in der Regierung Hitler, Franz von Papen, genutzt. 1934 kaufte der Reichsfiscus das Borsigpalais und es wurde zeitweise Sitz des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt. Im Jahre 1934 wird das Palais im Auftrag Adolf Hitlers ausgebaut, um den Sitz der SA-Führung aus München hier in die Nähe der Reichskanzlei verlegen zu können. Beim Umbau schuf man Durchgänge zum benachbarten Erweiterungsbau der Reichskanzlei. Seit November 1934 konnten 32 Räume von der SA-Führung und 12 Räume von der Präsidialkanzlei genutzt werden.
1938/39 wurde das Borsig - Palais unter Einbeziehung seiner Straßenfassaden in den Bau der Neuen Reichskanzlei integriert. Dabei wird das Innere des Gebäudes der neuen Architektur angeglichen und die rückwärtigen Fassaden für die Errichtung des Ehrenhofes abgerissen. 1945 wurde das Palais während der Kampfhandlungen um die Neue Reichskanzlei beschädigt und 1947/48 erfolgte die Genehmigung zum Ausbau von Baustoffen. 1950 wurde das Palais zusammen mit dem Westflügel der Neuen Reichskanzlei gesprengt

 

 

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